DIN V 18599 · Gebäudeaudit

Gebäudeaudit Wissensdatenbank

Antworten für Eigentümer und Betreiber – Kosten, Förderung, Ablauf und Unterschied zum Energieaudit. Darunter vertiefende Fachthemen zur DIN V 18599 für Nichtwohngebäude.

Häufige Fragen Fachthemen
15
Kundenfragen
BEG
Förderung
18599
Berechnungsnorm
NW
Nichtwohngebäude

Häufige Fragen zum Gebäudeaudit

Was Eigentümer und Betreiber zuerst wissen wollen – Kosten, Förderung, Ablauf und Unterschied zum Energieaudit.

Ein Gebäudeaudit analysiert den energetischen Zustand eines Nichtwohngebäudes nach der Berechnungsnorm DIN V 18599 – von der Hülle über Heizung, Lüftung und Kühlung bis Beleuchtung und Warmwasser.

Ergebnis sind belastbare Kennzahlen, Einsparpotenziale und wirtschaftlich bewertete Maßnahmen – oft ergänzt um einen individuellen Sanierungsfahrplan.

Besonders für Eigentümer und Betreiber von Büros, Handel, Hotels, Schulen, Hallen und gemischt genutzten Gewerbeimmobilien – wenn hohe Energiekosten, Sanierungspläne, Förderung oder ein Energieausweis anstehen.

Auch vor größeren Investitionen (Heizungstausch, Fassade, RLT) liefert das Audit eine normgerechte Entscheidungsgrundlage.

Energieaudit (DIN EN 16247): Gesetzliche Pflicht für viele Unternehmen – Blick auf Prozesse und signifikante Verbraucher im Unternehmen.

Gebäudeaudit (DIN V 18599): Fokus auf das Gebäude und gebäudenahe Technik – ideal für Immobilienentscheidungen, Sanierungsfahrplan und förderfähige Energieberatung Nichtwohngebäude.

Im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) können Beratungsleistungen für Nichtwohngebäude bezuschusst werden – z. B. Gebäudeaudit und individueller Sanierungsfahrplan.

Der Antrag muss in der Regel vor Beginn der Beratung gestellt werden. Umsetzungsmaßnahmen können unter eigenen Modulen gefördert werden.

Je nach Größe, Datenvollständigkeit und Komplexität typischerweise mehrere Wochen: Unterlageneingang, Vor-Ort-Begehung, Berechnung, Wirtschaftlichkeit und Berichtserstellung.

Vollständige Verbrauchsdaten und Pläne verkürzen die Bearbeitung deutlich.

Idealerweise: Grundrisse und Schnitte, Verbrauchsdaten (Strom, Gas, Fernwärme) der letzten drei Jahre, Heizungs- und RLT-Schemata, Wartungsprotokolle, Nutzungszeiten sowie vorhandene Energieausweise.

Fehlende Daten können durch Annahmen oder Nachmessung ergänzt werden – werden im Bericht transparent ausgewiesen.

Die Kosten hängen von Bezugsfläche, Gebäudetyp, Anlagenkomplexität und gewünschtem Leistungsumfang (Audit, Erweiterungsaudit, Sanierungsfahrplan) ab.

Nach Erstgespräch und Kurzcheck der Objektdaten erstellen wir ein individuelles Angebot – Förderanteile können die Nettokosten senken.

Typisch: Gebäudebeschreibung, Ist-Bilanz nach DIN V 18599, Schwachstellen, Maßnahmenkatalog mit Einsparung und Wirtschaftlichkeit (VDI 2067), optional individueller Sanierungsfahrplan mit Priorisierung über mehrere Jahre.

Bei Verkauf, Vermietung oder größerer Sanierung kann ein Energieausweis nach GEG Pflicht sein. Das Gebäudeaudit geht inhaltlich weiter – es liefert die detaillierte technische und wirtschaftliche Analyse für Sanierungsentscheidungen.

Audit-Daten können eine Ausweiserstellung unterstützen, wenn die Methodik abgestimmt ist.

Der iSFP ordnet Maßnahmen über mehrere Jahre – nach Budget, Betrieb und Synergien (z. B. Fassade und Fenster gemeinsam). Er ist förderfähig und hilft, Investitionen planbar zu machen.

Oft lassen sich durch Betriebsoptimierung und Regelung zuerst 5–15 % erreichen; technische Maßnahmen an RLT, Licht und Heizung bringen weitere Potenziale. Hüllensanierungen haben langfristig hohe Wirkung, aber höhere Investition.

Konkrete Zahlen entstehen erst nach objektbezogener Bilanz – Pauschalversprechen sind seriös nicht möglich.

Die Normenreihe umfasst Teile 3–6 für Wohngebäude und Teile 7–10 für Nichtwohngebäude. Das geförderte Gebäudeaudit Nichtwohn richtet sich an Gewerbe-, Büro- und Sondergebäude.

Der Energieberater prüft Hülle, Technikzentralen, RLT, Regelung und typische Betriebsmuster – mit Fotodokumentation und Abgleich zu Plänen und Verbrauch. Optional Stichproben-Messungen.

Ja. Der Bericht priorisiert Maßnahmen nach Kosten, Wirkung und Störung des Betriebs. Viele starten mit Quick Wins (Regelung, LED, Wartung), größere Sanierungen folgen im Sanierungsfahrplan.

Empfohlen werden Unterzähler für Heizung, Strom und RLT, regelmäßige Kennzahlen (kWh/m²·a) und Abgleich mit der Audit-Baseline. So läs sich die Wirksamkeit von Maßnahmen nachweisen und Fehlbetrieb früh erkennen.

Fachthemen – DIN V 18599 im Detail

Von Normteilen und Gebäudehülle über Heizung, Lüftung und Beleuchtung bis Wirtschaftlichkeit, Primärenergie und Praxis. Zu jedem Thema finden Sie ausführliche FAQ.

Grundlagen & Norm

Überblick Gebäudeaudit Grundlagen

Ein Gebäudeaudit nach DIN V 18599 ermittelt den energetischen Zustand von Nichtwohngebäuden – von der Hülle über Heizung und Lüftung bis Beleuchtung und Warmwasser – und leitet …

Normteile DIN V 18599 Teile 1

Die DIN V 18599 ist in zwölf Teile gegliedert: allgemeine Bilanzierung, Flächen, Wohn- und Nichtwohnverfahren sowie Primärenergie und Emissionsfaktoren. Für Gewerbegebäude sind …

Einordnung Nichtwohngebäude

Büros, Hotels, Einzelhandel, Schulen und Versammlungsstätten unterliegen unterschiedlichen Randbedingungen in DIN V 18599. Die richtige Kategorie bestimmt interne Lasten, Lüftun…

Bilanzierung Endenergie, Nutzenergie und Primärenergie

Die Norm unterscheidet Nutz-, End- und Primärenergie. Für Förderung, Ausweis und Maßnahmenvergleich ist die Primärenergiebilanz oft die maßgebliche Kennzahl.

Flächen Bezugsfläche und Nutzfläche nach Teil 2

Teil 2 der DIN V 18599 regelt die Ermittlung von Nutz- und Bezugsfläche, Volumen und geometrischen Größen – Basis für alle spezifischen Kennzahlen in kWh/(m²·a).

Bilanzierung Monatliche und jährliche Bilanzierung (Teil 1)

Teil 1 legt die gemeinsamen Regeln für Energiebilanzierungen fest – inklusive Klimakorrektur, Nutzungsrandbedingungen und Zusammenführung der Teilbilanzen Heizung, Kühlung, Lüft…

Vergleich Gebäudeaudit vs. Energieaudit nach DIN EN 16247

Das Energieaudit nach DIN EN 16247 betrachtet energiebezogene Prozesse im Unternehmen. Das Gebäudeaudit nach DIN V 18599 fokussiert auf das Gebäude und gebäudenahe Anlagen – ide…

Einordnung Nichtwohn vs. Wohngebäude

Für Einfamilienhäuser und Mehrfamilienhäuser gelten die Teile 3–6. Gewerbe-, Büro- und Sondergebäude werden mit den Teilen 7–10 berechnet – mit anderen Annahmen zu Lüftung, Lich…

Ablauf, Förderung & Ergebnis

Förderung BAFA-Förderung Energieberatung Nichtwohngebäude

Im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude können Beratungsleistungen für Nichtwohngebäude bezuschusst werden – u. a. Gebäudeaudit und individueller Sanierungsfahrplan…

Ablauf Ablauf eines Gebäudeaudits

Ein professionelles Gebäudeaudit gliedert sich in Vorbereitung, Datenerhebung, Vor-Ort-Begehung, Berechnung, Wirtschaftlichkeitsbewertung und Berichtserstellung – mit klarer Abs…

Ablauf Vor-Ort-Begehung

Die Vor-Ort-Begehung validiert Pläne und Verbrauchsdaten. Dämmung, Fenster, Heiz- und Lüftungsanlagen, Regelung und typische Betriebsmuster werden systematisch dokumentiert.

Ablauf Datenerhebung und Unterlagen für das Audit

Vollständige Verbrauchsdaten, Pläne und technische Dokumentation reduzieren Unsicherheiten in der Bilanz. Fehlende Daten führen zu konservativen Annahmen oder Nachforderungen.

Ergebnis Auditbericht und individueller Sanierungsfahrplan

Der Auditbericht dokumentiert Ist-Zustand, Berechnung und Maßnahmen mit Wirtschaftlichkeit. Ein individueller Sanierungsfahrplan ordnet Maßnahmen zeitlich und priorisiert Invest…

Ausweis Energieausweis und Gebäudeaudit

Der Energieausweis weist den energetischen Zustand für Dritte aus. Das Gebäudeaudit geht tiefer: detaillierte Bilanz nach DIN V 18599, betriebliche Schwachstellen und umsetzbare…

Förderung Förderstapelung und BEG-Maßnahmen

Gebäudeaudit und Sanierungsfahrplan können mit Einzelmaßnahmen-Förderung abgestimmt werden. Ausschlüsse und Antragsreihenfolge sind zu beachten.

Gebäudehülle

Hülle Gebäudehülle

Dach, Außenwände, Fenster, Türen und bodenberührte Bauteile bestimmen den Transmissionswärmeverlust. Im Audit werden U-Werte, Bauteilqualität und Sanierungspotenziale bewertet.

Hülle Außenwände und Fassadendämmung

Außenwände mit hohem U-Wert treiben Heizenergie und Sommerüberhitzung. Das Audit vergleicht Dämmvarianten, Anschlussdetails und Investition gegen eingesparte Endenergie.

Hülle Fenster, Verglasung und Sonnenschutz

Fenster beeinflussen Wärmeverlust, solare Gewinne und Tageslicht. Im Gebäudeaudit werden Rahmen, Ug-Wert, g-Wert und Sonnenschutz im Zusammenspiel mit Kühlbedarf betrachtet.

Hülle Dach und oberste Geschossdecke

Ungedämmte Dächer und Decken gegen unbeheizte Räume sind typische Schwachstellen. Das Audit bewertet Aufbau, Dämmstärke und Sanierbarkeit unter Nutzung und Statik.

Hülle Geschossdecken und Kellerdecke

Bodenplatten und Kellerdecken zur unbeheizten Zone verlieren Wärme. Auch innere Decken zwischen unterschiedlich temperierten Zonen können relevant sein.

Hülle Thermische Brücken und ψ-Werte

Brücken an Ecken, Gesimsen und Anschlüssen erhöhen Wärmeverluste und Feuchterisiko. In der Bilanz werden pauschale oder detaillierte ψ-Werte angesetzt.

Hülle Luftdichtheit und Blower-Door

Hohe Infiltration erhöht Heizwärmebedarf und Unbehagen. Eine Blower-Door-Messung liefert den n50-Wert; das Audit ordnet Maßnahmen (Dichtheit, Lüftung) ein.

Hülle Sommerlicher Wärmeschutz und Überhitzung

Große Glasflächen und interne Lasten führen zu Kühlbedarf. Das Audit prüft Sonnenschutz, Nachtauskühlung, thermische Masse und RLT-Kühlung.

Heizung & Warmwasser

Heizung Heizung im Nichtwohngebäude

Heizung umfasst Wärmeerzeuger, Verteilung, Heizflächen und Regelung. Im Audit werden Wirkungsgrade, Betriebszeiten und Alternativen (Wärmepumpe, Fernwärme) verglichen.

Heizung Heizkessel, Brennwert und Betriebsführung

Alte Konstanttemperatur-Kessel verbrauchen überproportional Energie. Das Audit bewertet Nennleistung, Teillast, Abgasverluste und Ersatz durch moderne Technik.

Heizung Wärmepumpen in Gewerbegebäuden

Luft-, Sole- oder Abwasser-Wärmepumpen eignen sich bei angepassten Vorlauftemperaturen. Das Audit prüft Quelle, bivalente Konzepte und Strombedarf.

Heizung Fernwärme und Nahwärme

Fernwärme liefert planbare Wärme ohne eigene Verbrennung vor Ort. Das Audit vergleicht Preisentwicklung, Primärfaktor und Unabhängigkeit gegenüber dezentraler Erzeugung.

Heizung Heizungsregelung und hydraulischer Abgleich

Falsche Vorlauftemperaturen, fehlender hydraulischer Abgleich und veraltete Regler verursachen Verschwendung. Das Audit priorisiert solche Maßnahmen oft als Quick Win.

Warmwasser Warmwasserbereitung im Gewerbegebäude

Warmwasser kann in Hotels, Kantinen und Produktion erhebliche Energie binden. Zirkulation, Speicherisolierung und dezentrale Erzeuger werden analysiert.

Heizung Heizungsverteilung und Rohrnetze

Nicht gedämmte Leitungen in unbeheizten Schächten und Kellerbereichen verlieren Wärme. Das Audit quantifiziert Verteilungsanteile und Dämmmaßnahmen.

Heizung Solarthermie und regenerative Wärme

Kollektoren auf dem Dach decken anteilig Warmwasser oder Heizung. Das Audit prüft Fläche, Ausrichtung, Speicherintegration und saisonale Deckungsgrade.

Lüftung, Kälte & Hygiene

Lüftung Lüftung und Raumlufttechnik

Zentrale und dezentrale Lüftung beeinflussen Wärme-, Kälte- und Strombedarf. Das Audit erfasst Volumenströme, WRG, Filter, Betriebszeiten und Regelung.

Lüftung Zentrale RLT-Anlagen im Detail

Große Zentralanlagen verbrauchen Ventilatorstrom und beeinflussen Heiz-/Kühllast. Das Audit prüft SFP, Wirkungsgrade, Frostschutz und Kühlregister.

Lüftung Wärmerückgewinnung in RLT-Anlagen

Ohne WRG geht Abluftwärme verloren. Das Audit bewertet Wirkungsgrad, Verschmutzung, Bypass im Sommer und Wartung.

Kälte Kälte und Klimatisierung

Kühlung für Prozess, Server und Komfort entlastet oder belastet die Gesamtbilanz. Das Audit erfasst Kältemittel, COP, Freecooling und Regelung.

Kälte Nachtauskühlung und freie Kühlung

In Bürogebäuden kann nächtliche Abluft mit kühler Außenluft die thermische Masse nutzen und Kompressorkälte reduzieren – abhängig von Gebäude und Betrieb.

Lüftung CO₂-geführte Lüftung in Büros

Konstant hohe Luftwechselraten verschwenden Energie. CO₂-Sensoren passen Volumenströme an die tatsächliche Belegung an – bei korrekter Einbindung in die GLT.

Lüftung Hygiene und Wartung nach VDI 6022

Energieeffizienz darf Hygiene nicht gefährden. Filterwechsel, Kanalreinigung und Befeuchtung beeinflussen Druckverluste und Betriebskosten.

System Lüftung und Beleuchtung

Beleuchtung und Geräte erhöhen Innenlasten und damit Kühllast, während Abwärme den Heizbedarf senkt. Das Audit trennt und bilanziert konsistent.

Beleuchtung

Wirtschaftlichkeit & Planung

Gebäudetypen (Teil 7–10)

Primärenergie & CO₂

Berechnung, Praxis & Erneuerbare

Gebäudeaudit für Ihr Objekt

Wir begleiten Sie von der Datenerhebung über die DIN-V-18599-Bilanz bis zum förderfähigen Sanierungsfahrplan.

Leistung Gebäudeaudit Beratung anfragen