Hotelgebäude: Besonderheiten im Energieaudit
Hotels sind energetisch komplexe Gebäude: Sie betreiben 365 Tage im Jahr mit variablen Belegungsraten, haben einen außergewöhnlich hohen Warmwasserbedarf durch Duschen und Badewannen der Gäste sowie Küche und Wäscherei, und unterliegen strengen Legionellenvorschriften, die die Absenkung der Speichertemperatur bei Solaranlagen oder Wärmepumpen erschweren.
Zusätzliche Energieverbraucher wie Schwimmbad, Sauna, Fitnesscenter und Restaurantküche machen Hotels zu Hochenergieverbrauchern mit 150–400 kWh/(m²a) Gesamtenergie. Diese Größenordnung ist dreimal so hoch wie bei modernen Bürogebäuden. Gleichzeitig bietet der konstante Betrieb ideal wirtschaftliche Bedingungen für Kraft-Wärme-Kopplung (BHKW) und Solarthermie.
Das Energieaudit muss die verschiedenen Nutzungszonen (Zimmer, Restaurant, Küche, Wellnessbereich, Lobby, Technik) mit realistischen Belegungsprofilen getrennt bilanzieren. Eine Pauschalbilanz über das Gesamtgebäude verfehlt die tatsächliche Energieverteilung erheblich.