Rohrdämmung nach GEG Anlage 5, hydraulischer Abgleich (Verfahren A und B), Hocheffizienzpumpen und Verteilungsverluste – systematisch im Energieaudit bewertet.
Nicht gedämmte Rohrleitungen in Kellern und Schächten können 15–25 % des Nutzwärmebedarfs ungenutzt an die Umgebung abgeben. Schlecht eingestellte Pumpen verbrauchen das Drei- bis Zwanzigfache moderner Hocheffizienzpumpen. Der hydraulische Abgleich – oft als bürokratische Pflichtübung abgetan – ist tatsächlich die Voraussetzung für eine funktionierende und effiziente Heizungsanlage.
DIN V 18599 erfasst diese Verluste über die Verteilungsaufwandszahl e_V und über die Hilfsenergie für Pumpen. GEG Anlage 5 schreibt konkrete Mindestdämmdicken vor. Im Energieaudit werden diese Anteile systematisch erhoben, quantifiziert und als Maßnahmen mit Wirtschaftlichkeitsrechnung ausgewiesen.
Die Verteilungsaufwandszahl e_V beschreibt das Verhältnis von aufgewendeter zu nutzbarer Energie. Ein schlechtes Verteilungssystem erhöht den Endenergiebedarf des gesamten Gebäudes erheblich.
Die Verteilungsaufwandszahl e_V quantifiziert, wie viel Energie für die Verteilung aufgewendet werden muss, um eine Einheit Nutzenergie bereitzustellen:
e_V = 1 + (Q_Rohrverlust / Q_Nutz)
Das GEG schreibt Mindestdämmdicken für alle Wärmeverteilungsleitungen vor. Die Tabelle gibt einen Überblick über die wichtigsten Anforderungen.
| Leitungstyp / Verlegung | Rohraußen-∅ bzw. Nennweite | Mindest-Dämmdicke | Wärmeleitfähigkeit | Status |
|---|---|---|---|---|
| Heizungsrohr in unbeheiztem Raum (Keller, Dachboden) | bis DN 25 | 20 mm | λ = 0,035 W/(mK) | Pflicht GEG |
| Heizungsrohr in unbeheiztem Raum (Keller, Dachboden) | DN 32–DN 100 | Entspricht Rohraußen-∅ | λ = 0,035 W/(mK) | Pflicht GEG |
| Heizungsrohr in unbeheiztem Raum | über DN 100 | 100 mm | λ = 0,035 W/(mK) | Pflicht GEG |
| Leitungen im Erdreich (Außenbereich) | alle Dimensionen | Entspricht Rohraußen-∅ | λ = 0,035 W/(mK) | Pflicht GEG |
| Leitungen im Boden oder Decke (verputzt, Schlitz) | alle Dimensionen | Halbe Mindestdicke | λ = 0,035 W/(mK) | Halbe Dicke |
| Leitungen angrenzend an beheizten Raum | alle Dimensionen | Halbe Mindestdicke | λ = 0,035 W/(mK) | Halbe Dicke |
| Kaltwasserleitung in Heizungsraum | alle Dimensionen | 6 mm Kondensatschutz | λ = 0,035 W/(mK) | Sonderregel |
Der hydraulische Abgleich sorgt dafür, dass jeder Heizkörper die berechnete Wärmemenge erhält. Ohne Abgleich fließt zu viel Wasser durch nahe Heizkörper und zu wenig durch entfernte.
In Anlagen mit Thermostatventilen variiert der Volumenstrom ständig (Ventile öffnen und schließen je nach Raumtemperatur). Ohne Differenzdruckregler führt das Schließen einzelner Heizkörper zu erhöhtem Druck und Strömungsgeräuschen an anderen Heizkörpern. Differenzdruckregler halten den Differenzdruck konstant und stabilisieren damit die gesamte Regelung. Investition: 200–500 € je Strang, ab ca. 10 Heizkörpern sinnvoll.
Im Einrohrsystem durchfließt das Heizungswasser alle Heizkörper in Serie. Die Vorlauftemperatur sinkt mit jedem Heizkörper, was zum Komfortproblem bei langen Strängen führt. Hydraulischer Abgleich ist kaum möglich. Einrohrsysteme werden kaum noch gebaut, aber im Altbau noch häufig angetroffen. Das Zweirohrsystem (Vor- und Rücklauf getrennt) ist der Standard und ermöglicht einen guten hydraulischen Abgleich.
Alte ungezügelte Pumpen sind neben Druckverlust durch fehlende Dämmung die zweite große Effizienzreserve in der Heizungsverteilung.
Konstante Drehzahl, keine Bedarfsanpassung. Läuft auch bei geringer Last mit voller Leistung. Elektrische Jahresenergie: 700–1.750 kWh. Bei 0,30 €/kWh: 210–525 € Stromkosten pro Jahr, nur für eine Pumpe.
Drehzahlgeregelt, Δp-variabel (folgt dem Bedarf). Elektrische Jahresenergie: 44–219 kWh. Einsparung gegenüber alter Pumpe: 600–1.500 kWh/a = 180–450 €/a. Investition 300–800 €, Amortisation 1–3 Jahre.
Energy Efficiency Index: Verhältnis von gewichteter Leistungsaufnahme zur Referenzleistung. EEI < 0,23 ist gesetzlich vorgeschrieben bei Erneuerung (EU-Ökodesign-Verordnung).
Δp-variabel: Pumpendifferenzdruck sinkt mit sinkender Last (Ventile schließen). Optimal für Systeme mit Thermostatventilen. Spart mehr als Δp-konstant.
Faustregel: ca. 0,1–0,3 kWh/(m²·a) für Heizungsumwälzpumpen in gut ausgelegten Systemen. Bei schlechtem Abgleich deutlich höher.
Hocheffizienzpumpen können im Rahmen der BEG Einzelmaßnahmen über BAFA mit 15 % Zuschuss gefördert werden, wenn der hydraulische Abgleich nach Verfahren B dokumentiert ist.
GEG § 71 i.V.m. Anlage 5 schreibt die Dämmung aller Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen vor, die durch unbeheizte Räume führen. Im Altbau gilt das für sämtliche Rohrleitungen in Keller, Dachboden, Treppenhaus (wenn unbeheizt), Kriechkellern und unbeheizten Schächten. Die Pflicht gilt seit Inkrafttreten der EnEV 2009 und ist durch das GEG fortgeführt worden.
Konkret betroffen sind typischerweise: Hauptleitungen vom Heizkessel zu den Steigesträngen, alle Kellerdurchführungen, horizontale Verteilerleitungen im Keller und Steigeleitungen in unbeheizten Schächten. Auch Warmwasserleitungen unterliegen denselben Anforderungen.
Ausgenommen sind Leitungen in beheizten Räumen und Leitungen, die im Estrich oder hinter Putz verlegt sind (dort gilt die halbe Mindestdämmdicke). Bei Eigentümerwechsel empfehlen wir, den Dämmzustand sofort zu prüfen, da die Nachrüstpflicht seit Jahren besteht und bei Nicht-Einhaltung Bußgelder möglich sind.
Für einen typischen Heizungskeller mit 20–40 m Rohrleitungen in Dimensionen DN15 bis DN50 können Sie folgende Richtwerte ansetzen:
Preise je Meter Rohrleitung gedämmt nach GEG Anlage 5: DN20 ca. 15–25 €/m, DN50 ca. 30–50 €/m, DN100 ca. 60–100 €/m. Die Amortisationszeit liegt bei typischen Einsparungen von 10–25 % der Verteilungsverluste zwischen 2 und 5 Jahren. Als förderfähige Einzelmaßnahme im Rahmen der BEG kann ein 15 %-Zuschuss beantragt werden.
Verfahren A (vereinfacht) basiert auf der Voreinstellung thermostatischer Ventile anhand von Herstellertabellen und vereinfachten Gebäudedaten. Keine detaillierte Heizlastberechnung erforderlich. Durchführung: 1–2 Stunden für einfache Gebäude. Kosten: ca. 500–1.500 €. Ausreichend für einfache Wohngebäude mit bis zu 6 Einheiten und überschaubarer Anlagenstruktur.
Verfahren B (ausführlich) erfordert eine vollständige Heizlastberechnung je Raum nach DIN EN 12831, Ermittlung des erforderlichen Volumenstroms je Heizkörper, Berechnung von Druckverlusten je Strang und messtechnische Einregulierung mit Protokoll. Kosten: 1.500–5.000 € je nach Gebäudegröße. Das Einregulierungsprotokoll ist Pflicht.
Nur Verfahren B wird von der BAFA als Nachweis für die Förderung der Heizungsoptimierung (BEG Einzelmaßnahmen) anerkannt. Für Nicht-Wohngebäude ist Verfahren B generell vorgeschrieben.
Differenzdruckregler sind in allen Heizungsanlagen sinnvoll, in denen Thermostatventile den Volumenstrom variieren. Wenn viele Heizkörper gleichzeitig ihre Ventile schließen (z. B. weil die Sonne scheint und die Raumtemperatur ansteigt), erhöht sich der Differenzdruck im System. Das führt zu überhöhten Strömungsgeschwindigkeiten und störenden Geräuschen an den noch geöffneten Ventilen.
Konkret empfehlenswert bei: Anlagen mit mehr als 10 Heizkörpern, Strömungsgeräuschen im Heizsystem, nach Einbau einer Hocheffizienzpumpe (höhere Druckdifferenz bei Teillast) und in Gebäuden mit stark unterschiedlichen Nutzungszeiten je Zone.
Investitionskosten für einen Strangdruckregler: 200–500 € Material plus 100–200 € Montage. Bei größeren Anlagen mit mehreren Strängen entsprechend mehr. Die Geräuschreduktion und verbesserte Regelqualität amortisieren die Investition durch Komfortgewinn und Energieeinsparung.
Alte ungezügelte Heizungsumwälzpumpen (Baujahr vor 2010) verbrauchen typischerweise 80–200 Watt elektrische Leistung – und laufen dabei oft 8.760 Stunden im Jahr, also rund um die Uhr. Das entspricht einem Jahresverbrauch von 700–1.750 kWh nur für eine Umwälzpumpe.
Moderne Hocheffizienzpumpen mit EEI < 0,23 (Pflicht seit 2013 für neue Pumpen nach EU-Ökodesign-Verordnung) und Δp-variabler Regelung verbrauchen im Teillastbetrieb nur 5–25 Watt. Jahresenergiebedarf: 44–219 kWh.
Einsparung je Pumpe: 600–1.500 kWh/a. Bei einem Strompreis von 0,30 €/kWh sind das 180–450 € Jahresersparnis. Investition für eine Hocheffizienzpumpe: 300–800 € inklusive Montage. Amortisationszeit: typisch 1–3 Jahre. Bei mehreren alten Pumpen in einem Gebäude addieren sich diese Einsparungen erheblich.
Unsere Energieauditoren erfassen Dämmzustand, Pumpenwirkungsgrad und hydraulischen Abgleich systematisch und berechnen das Einsparpotenzial mit Wirtschaftlichkeitsnachweis nach VDI 2067.
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