Warum DIN V 18599 drei Energieebenen kennt
Die Energiebilanz eines Gebäudes beginnt nicht am Zähler – und endet nicht dort. DIN V 18599 verfolgt die Energiekette von dem Punkt, an dem ein Raum tatsächlich Wärme oder Kälte erhält, zurück bis zu den vorgelagerten Rohstoffketten außerhalb des Gebäudes.
Dieser dreistufige Ansatz hat einen konkreten Grund: Nur so lassen sich verschiedene Energieträger und Anlagenkonzepte fair vergleichen. Ein Gebäude mit Wärmepumpe verbraucht am Zähler wenig Strom – aber Strom hat einen hohen Primärenergiefaktor. Ein Pelletkessel verbraucht am Zähler viel kWh – aber Holz hat einen niedrigen Primärenergiefaktor. Erst auf Primärenergieebene wird der Vergleich aussagekräftig.
Gleichzeitig ermöglicht die Unterscheidung von Nutz- und Endenergie, die Effizienz der Anlage selbst sichtbar zu machen – unabhängig vom gewählten Energieträger. Beide Informationen zusammen ergeben das vollständige Bild der Gebäudeenergiequalität.