Beleuchtung brennt in leeren Räumen — das ist der häufigste Energieverschwendungsgrund im Büro. Automatische Präsenzsteuerung beseitigt dieses Problem und senkt den Beleuchtungsstrombedarf um 40–80 % je Raumtyp.
Der kP-Faktor in der Beleuchtungsbilanz beschreibt das Verhältnis zwischen tatsächlicher und maximal möglicher Nutzungszeit der Beleuchtung. Er erfasst, wie gut ein Gebäude Licht in unbenutzten Räumen abschaltet.
Der Unterschied zwischen kP = 1,0 und kP = 0,4 bedeutet eine Halbierung des Beleuchtungsstrombedarfs durch Regelungstechnik allein — ohne jede Investition in neue Leuchten. Bei einem Bürogebäude mit 100.000 kWh/a Beleuchtungsstrom und 0,22 €/kWh entspricht das einer Ersparnis von rund 13.200 € pro Jahr.
Je nach Raumgeometrie, Nutzungsart und geforderter Erkennungsempfindlichkeit sind verschiedene Sensorprinzipien besser oder schlechter geeignet. Der Gebäudeauditor bewertet vorhandene Sensoren und empfiehlt die geeignete Technologie je Zone.
Das Einsparpotenzial durch Präsenzregelung hängt stark vom Raumtyp ab. Räume mit kurzen und unregelmäßigen Nutzungszeiten — wie Flure, Sanitärräume und Lager — profitieren am stärksten. Die Werte beziehen sich auf automatische Abschaltung (kP = 0,6) gegenüber ungeregeltem Betrieb (kP = 1,0).
Einsparungen mit kombinierter Präsenz- und Tageslichtregelung (kP = 0,4 gegenüber kP = 1,0) sind nochmals 15–25 Prozentpunkte höher als bei reiner Präsenzregelung.
Die Nachlaufzeit ist der entscheidende Komfortparameter: Sie verhindert, dass das Licht abschaltet, während Personen noch anwesend sind (z. B. beim ruhigen Lesen). Zu kurze Nachlaufzeiten erzeugen Frustration; zu lange Nachlaufzeiten reduzieren die Einsparung.
Die Kombination beider Regelungsprinzipien erzielt die maximale Einspartiefe. Das Licht schaltet nur dann ein, wenn gleichzeitig eine Person anwesend ist und die natürliche Beleuchtungsstärke im Raum unter dem Sollwert liegt.
Ohne Regelung (kP = 1,0, kA = 1,0): voller Bedarf = Bezugswert 100 %
Nur Präsenz (kP = 0,6): −40 % Beleuchtungsstrom
Nur Tageslicht (kA = 0,5): −50 % Beleuchtungsstrom
Kombination (kP × kA = 0,4 × 0,5 = 0,2): −80 % Beleuchtungsstrom
Präsenzregelung gehört zu den wirtschaftlichsten Beleuchtungsmaßnahmen: geringe Investition, hohe Einsparwirkung, schnelle Amortisation. Die folgende Tabelle zeigt typische Kosten und Amortisationszeiten je Anwendungsfall.
| Anwendungsfall | Investition | Jährl. Einsparung | Amortisation |
|---|---|---|---|
| Einzel-PIR-Sensor (Sanitär) | 50–120 € | 40–80 €/a | 1–2 Jahre |
| DALI-Sensor mit Dimmer (Büro) | 150–300 € | 80–160 €/a | 1–3 Jahre |
| Büroetage 10 Räume inkl. Installation | 3.000–6.000 € | 1.200–2.400 €/a | 2–4 Jahre |
| Lagerhalle 1.000 m² mit HF-Sensoren | 4.000–8.000 € | 3.000–5.000 €/a | 1–2 Jahre |
| Vollständige GLT-Integration KNX | 15.000–40.000 € | 8.000–15.000 €/a | 2–4 Jahre |
Für anspruchsvollere Anlagen empfiehlt sich die Integration der Präsenzsensorik in DALI-Steuersysteme (Digital Addressable Lighting Interface). Dies ermöglicht individuelle Adressierbarkeit, Dimmfunktion und Anbindung an die Gebäudeleittechnik.
Internationaler Standard für digitale Lichtsteuersysteme. Bis zu 64 adressierbare Geräte pro Segment; bidirektionale Kommunikation ermöglicht Statusrückmeldung (Lampe defekt, Dimmstufe).
Über DALI-KNX-Gateways lassen sich Präsenzmeldungen an die GLT übergeben. Heizung und Lüftung können raumweise auf Komfort- oder Absenkbetrieb geschaltet werden.
Berechnet den LENI (Lighting Energy Numeric Indicator) in kWh/(m²a) für Gebäude — das europäische Gegenstück zur deutschen Bedarfsberechnung. Vergleichswerte für Benchmarking verfügbar.
Regelt die Planung und Ausführung von Gebäudeautomationssystemen. Beschreibt die Integration von Beleuchtung, Heizung und Lüftung in eine gemeinsame Steuerarchitektur.
Hinweis zur GLT-Kopplung: Wenn Präsenzsensoren sowohl Beleuchtung als auch Heizung/Lüftung steuern, sind die Energieeinsparungen erheblich größer als bei reiner Beleuchtungssteuerung. Im Gebäudeaudit wird diese Kopplungsmöglichkeit explizit als Maßnahme ausgewiesen, da sie eine hohe Wirtschaftlichkeit bei moderatem Investitionsaufwand bietet.